Ist denn mittlerweile jeder und jede ein Coach? • Mindful Change Coaching

Ist denn mittlerweile jeder und jede ein Coach?

Ist denn mittlerweile jeder und jede ein Coach?
Ist denn mittlerweile jeder und jede ein Coach?
21.11.22

Und wie funktioniert Coaching eigentlich?

Diese beiden Fragen werden mir häufig gestellt, denn leider wird der Begriff „Coaching“ inzwischen so inflationär gebraucht, dass man den Eindruck hat, es gibt nur noch Coaches auf der Welt und zwar für so ziemlich jedes Thema.

Das Wort Coach bedeutet zunächst mal, wörtlich übersetzt „TrainerIn“. Auch ein englischer Begriff, der von „AusbilderIn“ bis „DompteurIn“ vieles bedeuten kann. Im Sport ist das einleuchtend. Jemand mit bestimmten Fähigkeiten und mit Motivation, die für eine Sportart vielversprechend sind, wird von Coaches, also TrainerInnen durch wohl dosierte und aufeinander aufbauende Übungen Schritt für Schritt bis zum Erreichen des höchstmöglichen Potentials begleitet. Da geht es um Entdecken, Erwecken, um Motivieren, oft auch um Antreiben. Im Sport-Training kommt es vor, dass gezielte, körperliche Übungen notwendig sind, um Fertigkeiten möglich zu machen, die vorher unentdeckt oder unausgereift waren. Da werden gemeinsam Trainingspläne entwickelt, um jemanden an ein Ziel „heran zu trainieren“, also auszubilden oder es kann auch schon mal den Wechsel in eine andere Sportart bedeuten, weil dafür die besseren Fähigkeiten heraus gearbeitet wurden.

Das Wort Coach bedeutet zunächst mal, wörtlich übersetzt „TrainerIn“. Auch ein englischer Begriff, der von „AusbilderIn“ bis „DompteurIn“ vieles bedeuten kann. Im Sport ist das einleuchtend. Jemand mit bestimmten Fähigkeiten und mit Motivation, die für eine Sportart vielversprechend sind, wird von Coaches, also TrainerInnen durch wohl dosierte und aufeinander aufbauende Übungen Schritt für Schritt bis zum Erreichen des höchstmöglichen Potentials begleitet. Da geht es um Entdecken, Erwecken, um Motivieren, oft auch um Antreiben. Im Sport-Training kommt es vor, dass gezielte, körperliche Übungen notwendig sind, um Fertigkeiten möglich zu machen, die vorher unentdeckt oder unausgereift waren. Da werden gemeinsam Trainingspläne entwickelt, um jemanden an ein Ziel „heran zu trainieren“, also auszubilden oder es kann auch schon mal den Wechsel in eine andere Sportart bedeuten, weil dafür die besseren Fähigkeiten heraus gearbeitet wurden. Aber wie ist das beim Coaching außerhalb von Sport-Themen?

Coaching ist nicht Training

Ein Coaching-Prozess erstreckt sich über wenige Wochen und Monate. Eine berufliche Begleitung über Jahre und Jahrzehnte würde man eher als „Mentoring“ bezeichnen. Im Coaching-Prozess kommen in den Coaching-Sessions sogenannte „Interventionen“ zum Tragen. Das sind Werkzeuge, Übungen, Anregungen, von denen gut ausgebildete Coaches ein großes Repertoire beherrschen und anbieten. Daraus wählen sie sorgfältig und in Abstimmung mit den Coachees aus, welche geeignet, angemessen und angenehm sind. Hierzu braucht es das Gespür, mit welcher Intensität und in welchem Tempo, aus welcher Richtung sich Coachees einem Thema am besten Schritt für Schritt nähern können und wollen. Das hängt ab von individuellem Temperament, Charakter, aktueller Befindlichkeit, individueller Erfahrung, der Lebensphase, dem bestehenden Energielevel und vielem mehr, was seriöse Coaches sehr wach im Blick haben und offen mit den Coachees besprechen. Durch die Interventionen sind im Idealfall neue Erkenntnisse erwachsen, eine bisher nicht genutzte Fähigkeit, eine neue Motivation aufgetaucht. Diese machen nun Möglichkeiten für Handlungsalternativen auf, die nun selbständig, ohne die/den Coach ausprobiert und eingeübt werden wollen. Deshalb wird gemeinsam vereinbart, was in der Zeit bis zur nächsten Coaching-Session durch die Coachees selbst im Alltag, in der Begegnung mit anderen ausprobiert und eingeübt wird. Die Erfahrungen daraus werden zu Beginn der nächsten Coaching-Session erst einmal aufgearbeitet und bilden die Grundlage für den nächsten Schritt im Prozess.

Coachees „trainieren“ also selbst in ihrem Alltag, in ihrem Umfeld, welche neuen Handlungs- und Denkweisen sie dem gewünschten Ziel näher bringen und welche nicht. Coaches sind im Alltag und beim Ausprobieren und Einüben nicht dabei. Gerade darum braucht es die sorgfältige Erarbeitung der Handlungsalternativen und die gemeinsame, verantwortungsvolle Planung der Coaching-Prozessschritte.

Coaching ist nicht Beratung

Seriöse Coaches unterscheiden sehr sorgfältig die Beratung vom Coaching und haben ein waches Auge auf die Trennschärfe der beiden Tätigkeitsfelder.

FachexpertIn für das bestimmte Thema ist die zu coachende Person selbst. Coachees, also die zu coachende Person bringt das meiste Wissen über die spezielle Sitaution mit. Im beruflichen Umfeld wäre das zum Beispiel die Führungskraft. Ohne ihr Fachwissen wäre diese Person vermutlich gar nicht erst in dieser Position. Es schadet nicht, wenn z.B. auch Führungskräfte-Coaches selbst Führungserfahrung haben oder vielleicht sogar in derselben Branche oder im gleichen Fachgebiet tätig waren. Aber die Aufgabe im Coaching ist nicht, Fachwissen weiter zu geben. Sonst könnten sie auch immer nur die Personen coachen, die exakt dasselbe tun oder erleben. 

Die wirkliche Fachexpertise von gut ausgebildeten Coaches ist es, Potentiale in den Coachees, also den Klienten, zu wecken und sie im geeigneten Tempo, mit gezielten sogenannten Interventionen, Schritt für Schritt aus einer bestimmten Situation an die gewünschten Ziele heran zu begleiten, gleich mit welchem Fachwissen oder internem Wissen über diese Situation sie sich ins Coaching begeben.

Sollte es vorkommen, dass im Fachwissen etwas nicht vorhanden ist, werden seriöse Coaches immer zunächst mit dem/r Coachee besprechen, ob an so einer Stelle kurzzeitig das Verlassen der Coach-Rolle und eine Beratung in diesem bestimmten Punkt, jetzt erwünscht ist. Das ist extrem wichtig, um die Augenhöhe zu bewahren und auf gar keinen Fall ein „Ausbildungs-Verhältnis“ entstehen zu lassen, das den Coaching-Prozess beeinträchtigen würde.

Coaching ist nicht Therapie

Seriöse Coaches sind sehr gut darin ausgebildet, schon im Vorgespräch zu erkennen, ob ein Thema oder ein gewünschtes Ziel sich für ein Coaching eignet, oder ob es sich um eine Situation oder ein Ziel handelt, wofür Psychotherapie das geeignetere, manchmal sogar notwendige Mittel wäre. Weil reine Coaches keine PsychotherapeutInnen sind, dafür weder ausgebildet noch rechtlich zugelassen sind, tragen sie auch die Verantwortung dafür, hier sehr klar zu trennen und nicht ihre Kompetenzen zu überschreiten.

Im Coaching-Prozess kann es vorkommen, dass am Rande des zu coachenden Gebiets, tief liegende,  psychotherapeutisch zu behandelnde Themen aufkommen und hier werden verantwortungsvolle Coaches immer die Hand heben und darauf hinweisen, dass dies nicht Teil des Coaching-Prozesses sein kann und darf. Zertifizierte Coaches stehen darum, wie PsychotherapeutInnen auch, unter Supervision und besprechen regelmäßig ihre Fälle und Vorgehensweisen mit erfahrenen SupervisorInnen, um zu vermeiden, dass psychotherapeutisch zu behandelnde Themen versehentlich in den Aktionsradius des Coachings rutschen.

Coaching geht sehr pragmatisch und gegenwartsbezogen vor, darum wirkt es auch so zügig und ohne ein tiefes Graben in tief liegenden, oder lange zurück liegenden Themen. Coaching beleuchtet vor allem das „Hier und Jetzt“. Darum es vielen Coachees auch so angenehm und sie nehmen es als sehr hilfreich wahr, direkt und ohne weit zurück liegende Themen aufarbeiten zu müssen, mit den bestehenden, eigenen Ressourcen handlungsfähig zu werden und sich aus einer Situation zu befreien oder ein Ziel zu erreichen.

Coaching ist nicht gleich Coaching

Coaching kann sich in vielerlei Gestalt zeigen. Führungskräfte-Coaching zum Beispiel hilft Menschen, die andere Menschen im beruflichen Kontext führen, sich als im System wirkende Person zu erkennen und zu entdecken, wie das System um sie herum auf sie selbst wirkt. Durch Erkenntnisse und Schlüsse daraus können Sie sich zu der Führungskraft entwickeln, die sie sein möchten. 

Coaching in der Persönlichkeitsentwicklung hilft, Hürden zu überwinden, eingeschliffene Handlungs- und Reaktionsmuster aufzubrechen, um sich Alternativen dafür zu erarbeiten. So können Personen sich ihrer Lebensphase, ihren Rollen und ihren Zielen entsprechend dahin entwickeln, dass Zufriedenheit, innere Balance, Motivation und ein förderlicher Umgang mit sich selbst und mit dem Außen, vielleicht nach Ereignissen oder Veränderungen im Leben, wieder möglich wird.

Business-Coaching kann Organisationen, die miteinander Unternehmensziele verfolgen sollen, in ihrer Zusammenarbeit verbessern, mehr Produktivität, Motivation und Effizienz hervorbringen, weil unterschwellige Vorannahmen, Einstellungen, Konflikte und Blockaden aufgedeckt, erkannt und gezielt abgebaut werden können. Dadurch kann ein ganz anderes Klima in der Organisation geschaffen werden und sich jedes Indiviuum mit den jeweiligen, wertvollen Ressourcen optimal und zum Nutzen der gemeinsamen Ziele einbringen. 

Im Team-Coaching kann es zum Beispiel darum gehen, Personen in neu erhaltenen Team-Rollen zu begleiten, damit sie ihre Fähigkeiten gut miteinander und optimal nutzen und nicht mehr hilfreiche Handlungsmuster aus alten Rollen leichter abstreifen können. 

Themen und Gebiete des Coaching sind sehr unterschiedlich und Coaches suchen sich wiederum aufgrund ihrer speziellen Fähigkeiten und entsprechend ihrer Neigung das entsprechende Umfeld und Fachgebiet. Nicht jede/r Coach kann alles gleich gut coachen, auch darum ist in einer seriösen Ausbildung auch der Blick auf die eigene Persönlichkeit so wichtig.

Coach ist nicht gleich Coach

Nicht überall, wo Coach drauf steht, ist auch eine sorgfältige Ausbildung, Zertifizierung oder regelmäßige Supervision und Weiterbildung drin. Nicht alle, die ein spezielles Fachwissen weitergeben, die beraten oder Menschen in einem Gebiet trainieren, sind auch zertifizierte Coaches. Kurzzeit-Crash-Kurse in Coaching können Grundlagen vermitteln, aber nicht die Persönlichkeiten der Coaches selbst so durchleuchten, dass keinesfalls eigene, unverarbeitete Themen oder falsche Motivationen einem seriösen Coaching-Prozess und den Coachees schaden können. Zertifizierte Ausbildungseinrichtungen achten schon bei der Auswahl der Bewerber auf eine persönliche Eignung, auf nützliche Vorerfahrungen und Lebenslauf. Dachverbände, wie zum Beispiel der Deutsche Bundesverband Business Coaching DBVC legen Wert darauf, dass die Ausbildung von Coaches den höchsten qualitativen Ansprüchen und den neuesten, wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht und achten auf eine regelmäßige Supervision und Weiterbildung von zertifizierten Coaches.

Mindful Change Coaching verbindet Coaching mit Mindfulness, Achtsamkeit und sorgt so für einen verantwortungsvollen, angemessenen und gegenwartsbezogenen Prozess, in dem Persönlichkeiten, Teams und Unternehmen sich zum höchsten Potential, wertschätzend begleitet, entwickeln können.

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